Potosi, Tupiza und Sucre

17Sept2018

Mein letztes langes Reisewochenende in Bolivien verbrachte ich an gleich drei verschiedenen Orten.

Los ging es mit dem Nachtbus in die über 4000 m hoch gelegene Minenstadt Potosi, die durch den Silberberg „Cerro Rico“ einst reichste Stadt der Welt. Noch im Dunkeln kam ich morgens an und habe mich nach Sonnenaufgang auf den Weg ins Hostel gemacht. Nach einer kurzen Pause machte ich mich auf zur Erkundungstour. Meine 1. Station war das bekannte Münzenmuseum, in welchem der Weg von der Silbergewinnung bis zur Münzherstellung und Prägung erklärt wurde. Besonders erschreckend fand ich die Zustände der früher in Potosi stattfindenden Sklavenarbeit – manche überlebten nur wenige Tage. Nach dem Museumsbesuch bin ich durch die Stadt geschlendert um weitere Plätze, Aussichtstürme, Kirchen und vieles mehr zu bestaunen. Auch bin ich bis an den Rand der gefährlichsten Mine der Welt gelaufen. Der Berg sieht schon von außen sehr brüchig aus. Innen gibt es keine Sicherungen und trotzdem arbeiten heute immer noch 500 Kinder in der Mine. Eine Schließung wurde bisher aus wirtschaftlichen Gründen von der Regierung ausgeschlossen. Ich habe mich bewusst gegen eine Tour in die Bergmine entschieden. Auf dem Rückweg bin ich noch über den Minenmarkt geschlendert, wo Dynamitstanden für jeden freiverkäuflich sind. Obwohl es ein besonders schöner Tag war und mich die Sonne den ganzen Tag begleitet hat, empfand ich die Geschichte  und Gegenwart der Stadt ziemlich bedrückend.  Nach vielen gelaufenen Kilometern und einer leckeren Quinoasuppe zum Abendessen fiel ich bereits um 9 Uhr todmüde ins Bett.

Am nächsten Tag machte ich mich nach einem guten Frühstück wieder auf zum Busterminal um mit dem Bus weiter nach Tupiza zu fahren. Nach 5-stündiger Fahrt bin ich in dem ruhigen Städtchen im Süden des Landes angekommen, Nach kurzer Pause im Hostel lernte ich dort  eine Amerikanerin kennen und wir entschieden uns zusammen über den Markt zu bummeln und auf einen Aussichtspunkt hochzuklettern. Nachdem wir nach intensiver Recherche bei  gefühlt sämtlichen Tourbüros in Tupiza eine uns ansprechende Tour für den nächsten Tag buchen konnten,  ließen wir den Abend bei leckerer Pizza, Wein und guten Gesprächen ausklingen.

Nach einem frühen Start am nächsten Morgen erkundeten wir zusammen mit unserem Guide die Landschaft mit dem Jeep. Die karge Landschaft und dazu die farbigen Felsformationen waren atemberaubend schön. Zur Mittagszeit ging es dann zu Pferde weiter. Wie  Cowgirls, ausgestattet mit Hut, ritten wir durch den „Wilden Westen Boliviens“ vorbei an unterschiedlichsten Felsformationen sowie durch einen großen Canyon. Nach 3 wunderschönen Stunden sind wir wieder auf den Jeep umgestiegen um noch einige Aussichtspunkte und landschaftliche Highlights abzufahren. Zwischendurch haben wir immer wieder kleine Wanderungen eingelegt. Es war ein unvergesslicher und atemberaubender Tag!

 

Total verstaubt aber glücklich ließen wir nach einer erfrischenden Dusche den gemeinsam verbrachten Tag wieder beim Pizzaessen in Tupiza ausklingen. Für mich ging es dann bereits um 23 Uhr mit dem Nachtbus weiter nach Sucre. Der Bus war sehr voll und hatte leider auch keine Schlafsitze. Trotzdem war es mir möglich zumindest einige Stunden zu schlafen. Bereits in den frühen Morgenstunden kamen wir in Sucre an. Ich wartete den Sonnenaufgang ab bevor ich mich auf den Weg in die Stadt begab, wo ich mir zuerst einmal ein ausgiebiges Frühstück gönnte, bevor ich mich dann für eine weitere Entdeckungstour entspannt durch meine zweitliebste Stadt Boliviens treiben ließ.

Sajama National Park und Oruro

20Juli2018

„Natur pur“  – der Sajama National Park, welcher südlich von La Paz an der Grenze zu Chile liegt, war mein nächstes Ziel. Der Weg dorthin, wenn auch etwas zeitaufwendig, war definitiv den Aufwand wert.

Morgens ging es mit dem Bus los in Richtung Oruro. Nach der Hälfte der Strecke musste ich in einem kleinen Dorf aussteigen und dort in das Zentrum laufen, wo ich auch nach kurzer Suche den passenden Minibus fand. Dieser sollte in den Nationalpark fahren  - allerdings erst mit voller Besetzung, was letztendlich noch 2 Stunden Wartezeit bis zur Weiterfahrt bedeutete. Nach weiteren vier Stunden Fahrt habe ich gleich nach Ankunft mein Gepäck im Hostel in Sajama abgestellt um noch mit den letzten Sonnenstrahlen das Dorf und die naheliegende Gegend erkunden zu können. Das Dorf selbst war menschenleer und alles hatte geschlossen – eine ungewöhnliche Ruhe und ein Gefühl des Alleinseins umgab mich. Außer Lamas und ein paar Hunden bin ich niemanden begegnet. Nach Sonnenuntergang ging ich zum Abendessen ins Hostel zurück, wo ich überrascht und freudig feststellte, dass ich doch nicht allein da war. Es wurde noch ein schöner Abend mit netten und unterhaltsamen Gesprächen.

   

Nach einer ruhigen Nacht habe ich mich früh morgens kurz nach Sonnenaufgang auf den Weg gemacht. Das Ziel meiner heutigen Wanderung waren die 7 km entfernten Geysire sowie anschließend die verschiedenen Lagunen im grenznahen Bereich in Chile. Auf meiner Wegstrecke begegneten mir zahlreiche Alpakas, Lamas und Vinkuñas und ich hatte eine atemberaubende Aussicht auf die mich umgebenden schneebedeckten Berge. Alles fühlte sich ruhig und friedlich an. Außer einer schwerbepackten einheimischen Frau, die zum Dorf zu laufen schien, war niemand unterwegs. Endlich angekommen und etwas erschöpft konnte ich umgeben von einer Herde Lamas zahlreiche farbige dampfende Wasserlöcher/Geysire sowie einen Fluss mit heißem Wasser bestaunen. Ein zauberhafter und wunderschöner Ort. Bei einer kurzen Pause mit Keksen und Obst traf ich doch noch drei weitere Wanderer (eine Amerikanerin und zwei Deutsche) und wir machten uns gemeinsam auf den Weg zu den Lagunen. Wir wanderten durch ein faszinierendes Tal und stiegen langsam immer weiter auf. Begeistert konnten wir zusehen wie über uns ein Kondor seine Runde drehte. Der Andenkondor ist der größte flugfähige Vogel der Welt. Nach einem kräftezehrenden Anstieg, der jedoch in Gesellschaft bei unterhaltsamen Gesprächen weniger schwer wahrgenommen wurde, kamen wir zur Grenze Chiles. Auch wenn sich eigentlich nur durch die Tatsache des Grenzübertritts nichts veränderte, freuten wir uns alle riesig. Nach weiteren 10 Minuten erreichten wir bereits die erste Lagune. Ich war selten an einem so ruhigen Ort. Das einzige Geräusch war das wiederkehrende Schnattern einer Ente. Der Weg ging weiter über einst herabgestürztes Felsgeröll. Dort begegneten uns immer wieder herumspringende Bergviscachas (Hausenmaus), welche zur Familie der Chinchillas gehören. Insgeheim hofften wir alle, einen Puma (aus der sicheren Ferne (-: ) sehen zu können - dieser Wunsch wurde uns leider nicht erfüllt. Nach einem weiteren beschwerlichen Aufstieg erreichten wir die zweite Lagune auf 5000m Höhe. Die uns umgebende Luft war zwar eiskalt, dafür der sich uns bietende Anblick einfach phantastisch. Inzwischen zog ein Gewitter auf und wir beschlossen umzukehren. Mit zügigem Schritt traten wir den Rückweg und Abstieg an. Bereits nach 30 Minuten fing es an zu schneien und leicht zu hageln und kurz danach hing Donner und Blitz über uns. Obwohl uns nicht sonderlich wohl zumute war, entschieden wir uns weiterzulaufen. Es gab keinen Unterschlupf und wir konnten absolut nicht einschätzen, wie lange so ein Gewitter in den Bergen hängen bleiben kann. Auf unserem Weg entdeckten wir dann auch noch einen brennenden Busch, was unser Sicherheitsempfinden nicht unbedingt positiv beeinflusste. Trotz Schneesturm und schwindender Energie versuchten wir so schnell wie möglich weiter zu kommen. Meine drei Begleiter/innen hatten einen privaten Fahrer, der an den Geysiren auf sie wartete und ich somit das Glück das letzte Stück mit ihnen fahren zu dürfen. Letztendlich ist also alles gut gegangen, in unserer Erinnerung bleibt ein kleines Abenteuer und viel Spaß. Völlig erschöpft, ausgehungert aber glücklich kamen wir ins Dorf Sajama zurück. Nach dem gemeinsamen Kochen aßen wir noch unsere Spaghetti mit Tomatensoße und hatten danach alle nur noch den Wunsch zu schlafen. Bereits um 7 Uhr fielen wir todmüde ins Bett.

Am darauffolgenden Tag machte ich mich mit etwas schweren Beinen wieder auf den Weg zu einer Wandertour zu einer 12 km entfernten Lagune. Der Weg war zäh, die Aussicht immer ähnlich, aber am Ziel wurde ich dann belohnt und überrascht von einem ruhigen See mit vielen Enten und Flamingos - ein wunderschöner Platz, der mich für einige Zeit zum Verweilen einlud. Nach einer erholsamen Mittagspause machte ich mich auf den Rückweg. Bereits nach einer halben Stunde hatte ich das Glück, dass ein Autofahrer anhielt und mich  bis zur Kreuzung zu meinem nächsten Ziel, den heißen Quellen, mitnahm, was mir einiges an Zeit und Energie einsparte. Nach einem weiteren einstündigen Fußmarsch kam ich ziemlich k.o. bei den Quellen an und das heiße Wasser war eine pure Wohltat für meine Muskeln. Ich genoss es in vollen Zügen in einem zum Baden temperaturmäßig geeigneten Naturbecken eine Weile zu entspannen bevor ich meinen 5 km langen Rückweg antrat. Wieder vom Gewitter verfolgt kam ich gerade noch rechtzeitig in mein Hostel zurück.

 

Am nächsten Morgen fuhr der Bus aus dem Nationalpark bereits früh um 6 Uhr ab. Vor der endgültigen Rückreise nach La Paz entschied ich mich noch einen Abstecher in Oruro zu machen..

Oruro, eine absolut untouristische Stadt, hat ein nettes gepflegtes Stadtzentrum mit einigen alten Bauten. Ich habe meine ausgiebige Erkundungstour in der Stadt sowie das bolivianische Leben und Treiben genossen. Anlässlich meiner Besichtigung des  Minenmuseum konnte ich einiges über die Arbeit in den Minen Boliviens lernen. Am nächsten Tag habe ich mich mit zwei Australiern, die sich im selben Hostel wie ich einquartiert hatten, zu außerhalb von Oruro liegenden Felsmalereien aufgemacht. Allein der Weg dorthin war wie so oft schon spannend.  Mit dem Taxi fuhren wir in ein abgelegenes Dorf, wo man am Fenster eines Gebäudes ein Zettel mit einer darauf notierten Telefonnummer vorfand, die zuerst angerufen werden musste um die Malereien besichtigen zu können. Leider wurde unser Anruf nicht entgegen genommen, aber ein paar anwesende Frauen aus dem Dorf haben uns ermutigt einfach schon loszulaufen und versichert den Anruf solange noch für uns zu erledigen. Die Wegbeschreibung konnten wir allerdings nicht wirklich verstehen, da die Frauen nur die traditionelle Sprache „Quechua“ und kaum Spanisch sprachen. Wir zogen somit einfach los und haben den richtigen Pfad mit Unterstützung von am Straßenrand spielenden Kindern auch gefunden. Nach einem kurzen und lustigen Gespräch mit einer alten Frau, die den Eintritt kassierte und den Schlüssel für das Tor aushändigte, ging es endlich los. Für den Tourismus und die Besichtigung war sogar ein Steg sowie eine Aussichtsplattform vorhanden, obwohl es scheint, dass kaum jemand hier vorbeikommt und nur wenige den eher beschwerlichen und nicht ausgeschilderten Weg auf sich nehmen. Die 10 000 Jahre alten Malereien stellten Lamas und Menschen in verschiedenen Farben und sich in verschiedenen Richtungen bewegend dar. Der Sohn der Frau am Eingang erklärte uns, dass das Gebiet früher sehr fruchtbar war und es sogar einen Fluss gab. Aufgrund dessen kamen die Menschen hierher um Nahrung zu sammeln, Wasser zu holen und die Lamas zu tränken. Jedes Mal, wenn sie kamen, wurde ein Lama an die Wand gemalt und dann beim Weggehen eines, das in die entgegengesetzte Richtung schaut. Dadurch wurde dokumentiert, wie oft die Menschen bereits hier waren und wie viele Gruppen sich hier befanden. Nach dem interessanten „Vortrag“ konnten wir uns für den anstehenden Rückweg vereinfachen, indem wir uns mit Einheimischen ein Taxi teilten.

Zurück in Oruro war es nun an der Zeit mich mit dem Bus wieder auf den Weg zurück nach La Paz zu machen. Für mich war es wieder einmal ein schönes langes abwechslungsreiches und interessantes Wochenende in Bolivien.

 

Familienbesuch

12Juli2018

Ich freu mich so sehr, dass meine Familie für 3 Wochen ins wunderschöne Bolivien gereist kam und wir in dieser Zeit gemeinsam das Land erkunden und die meiste Zeit zusammen genießen konnten.

Die ersten zwei Tage haben wir in Santa Cruz de la Sierra, der mit mehr als 1,5 Mio. Einwohnern größten Stadt Boliviens, verbracht. Diese Stadt war auch für mich eine Überraschung, da sie im Vergleich zu anderen bolivianischen Städten ziemlich westlich erscheint mit ihren großen, eher ruhigen und von Palmen umgebenen Plätzen. Auch die, auf Grund der Höhenlage von nur ca. 450 m, sommerlichen Temperaturen waren für mich ein absolutes Highlight. Noch bevor wir die Stadt erkundeten, entschieden wir uns mit einem Minibus zu den Sanddünen „Lomas de Arena“ zu fahren. Die Fahrt dorthin war aufgrund des Fahrstils unseres Fahrers etwas abenteuerlich. Selbst ich war dies so nicht gewohnt und es gab Momente, in denen die Belustigung ganz plötzlich in Angst umschlug. Nach einer ziemlich langen Wanderung entlang eines Sandweges in der prallen Sonne sind wir dann zwar ziemlich entkräftet bei den Dünen angekommen, ließen es uns aber nicht nehmen noch zum höchsten Punkt aufzusteigen. Dort wurden wir belohnt mit einem wunderschönen Ausblick auf die Dünen und die umgebende Landschaft, was gefühlt die Nähe des Meeres erwarten ließ - leider ist dies zahlreiche Kilometer entfernt.

 

Unser zweiter Aufenthaltsort war Tarija (1.850 m), was als das bolivianische Andalusien bekannt ist. Auffallend sind die weißgetünchten Häuser mit ihren rotgebrannten Dachziegeln. Ansonsten ist Tarija ein schönes, ruhiges und eher untouristisches Städtchen, das dank seines milden Klimas auch aufgrund seiner Weingüter bekannt ist. Nach einem ausgiebigen Stadtrundgang sind wir raus ins Grüne gefahren um noch zu einem Wasserfall zu wandern. Auf der Suche nach einem Taxi durchquerten wir noch einen großen Bauernmarkt. Das bunte, lebhafte und etwas chaotische Treiben war für meine Familie einerseits beeindruckend, gleichzeitig aber auch als erste Konfrontation mit dem für mich „echten“ Bolivien etwas befremdend und neu. Die anschließende Wanderung zum Wasserfall entlang eines Flusses und durch ein grünes Tal war wunderschön. Es hat viel Spaß gemacht immer wieder über große Felsstücke oder Baumstämme zu klettern oder den Fluss überqueren zu müssen um danach noch den Ausblick auf einen großen Wasserfall genießen zu können. 

Nach Tarija ging unsere Reise nach Sucre, der Hauptstadt Boliviens mit ca. 240.000 Einwohnern und auf ca. 2.800 m gelegen. Im Zentrum ist die Stadt ein „Traum in Weiß“ und einfach wunderschön. In der kolonialen Altstadt findet man viele sehenswerte Kirchen, Paläste und andere historische Gebäude. Es gibt zahlreiche Museen, und diese, die wir besucht haben, stellten sich als sehr interessant und lohnenswert heraus. So konnten wir beispielsweise im Textilmuseum traditionelle Webkunst bestaunen oder im Museo del Tesoro (Edelsteinmuseum) bei einer interessanten Führung viel über die Bodenschätze Boliviens lernen. Sucre hat uns alle sofort begeistert und in mir selbst den Wunsch entfacht, hier leben und arbeiten zu dürfen. Auch die umliegende Landschaft der Stadt war absolut sehenswert. Wir konnten sie bei einem Ausflug in den Maragua – Krater und bei der Erwanderung eines ehemaligen Inka–Weges ausgiebig bestaunen. Die wunderschöne grüne Landschaft sowie die Felsen und Berge in Farben wie gelb, lila, blau und weiß werden mir sicher noch sehr lange in Erinnerung bleiben.

Weiter ging es dann für uns mit einer dreitägigen Tour im Geländewagen in die Salar de Uyuni - ein weiterer Höhepunkt unserer Reise in Bolivien - durch tolle Landschaften in der bolivianischen Hochebene, den Anden, und vorbei an beeindruckenden Felsformationen, Geysiren und zu farbigen Lagunen mit Flamingos.

Die Salar de Uyuni, mit ca. 12 000 km2 die größte Salzwüste der Welt, war einfach  spektakulär und für mich besonders eindrucksvoll. Salz und weiße Fläche soweit das Auge reicht, unendliche Weite und Stille und dazu strahlend blauer Himmel. Nach einem atemberaubenden Sonnenuntergang, in der zum Teil noch mit Wasser bedeckten Salzwüste, haben wir unsere Nacht in einem Salzhostel verbracht. Hier besteht nahezu alles, von den Wänden, Stühlen, Tischen bis hin zum Bett aus Salz, welches rundherum am Salzsee abgebaut wird. Die Übernachtung war grundsätzlich eine tolle Erfahrung, aber die Kälte rückte einem bei -5°C in der Nacht in die Knochen. Geschlafen haben wir deshalb trotz Schlafsack eingemummelt mit Mütze und Handschuhen.

Am nächsten Tag erwarteten uns viele verschiedene Felsformationen (wie ein Baum aus Stein), die unterschiedlichsten Tiere (Andenfuchs, Alpakas, Lamas, Vincunas, Flamingos Viscachas), farbige Berge, ein Vulkan, eine Wüste und farbige Lagunen. Ein Naturspektakel nach dem anderen konnten wir bestaunen und genießen.

Die zweite Nacht in einem sehr einfachen Hostel war für mich noch schlimmer als die Erste. Abseits von Komfort und fernab der Zivilisation auf ca. 4.200 m, war es noch kälter. Duschen war nicht möglich, da selbst das Wasser in den Rohren gefroren war,  eine Heizung gab es sowieso nicht und Strom nur für 2,5 Stunden am Abend. Trotz mehrerer Schichten an Kleidungsstücken, Schlafsack und Decken fror und zitterte ich die ganze Nacht, fühlte mich als Eiszapfen und  wurde einfach nicht warm. Aber diese Strapazen waren es definitiv wert, denn am nächsten Tag erwarteten uns bei Sonnenaufgang brodelnde Geysire sowie grüne, weiße und rote Lagunen. Die Natur in Bolivien begeistert mich einfach immer wieder aufs Neue. Noch immer durchgefroren kam nun für mich ein weiteres Highlight – Hotsprings! Nach der langen und intensiven Kälte konnte ich mich bei 40°C heißem Wasser wieder einmal richtig aufwärmen und entspannen.

Während der gesamten Tour mit Start- und Endpunkt Uyuni gab es bei mehreren Stopps immer Neues zu sehen. Dazu gehörten unter anderem die wunderschöne Kakteeninsel Isla Incahuasi, der Zugfriedhof bei Uyuni, die Salvador-Dalí-Wüste, Abbaustätten von Mineralien sowie vor allem die beeindruckende Natur mit ihren spektakulären und bizarren Vulkan- und Wüstenlandschaften.

 

Direkt nach der Tour flogen wir weiter nach La Paz, wo wir tatsächlich mit Schnee begrüßt wurden. Aber nach den letzten sehr kalten Tagen fühlte es sich jetzt trotzdem mild an.

Die darauffolgenden Tage war ich tagsüber wieder arbeiten, habe mir allerdings so viel Zeit wie möglich genommen um diese mit meiner Familie zu verbringen. So sind wir gemeinsam durch die Stadt geschlendert, waren auf der Feria (einem riesigen Schwarzmarkt in El Alto) und haben viel Leckeres gegessen. Während meiner Arbeitszeit haben meine drei Lieben viele andere schöne Dinge unternommen und das bunte Treiben der Stadt genossen.

Übers Wochenende sind wir dann noch gemeinsam an den Titicacasee gefahren. Das „Meer“feeling am See war wie Wellness für uns und wir haben uns dort einfach wohl gefühlt. Nach einer Nacht auf dem Festland sind wir mit dem Boot auf die Isla del Sol gefahren und haben dort die Landschaft erwandert und genossen. Selbst die Aussicht aus unserer Unterkunft war atemberaubend. Bereits am nächsten Tag war es wieder Zeit in das schöne La Paz zurückzukehren und dann hieß es auch bereits „Abschied“ nehmen. Meine Familie hat sich die letzten Tage noch alleine auf den Weg durch das Land und in den Regenwald gemacht.

 

Ich bin unglaublich froh, dass meine Drei die Chance hatten mich zu besuchen und ich ihnen einen Teil meiner Welt hier zeigen konnte. Es war eine wirklich tolle gemeinsame Zeit!

Mein bolivianischer Alltag

27Juni2018

Heute möchte ich euch einen kleinen Einblick in mein bolivianisches Leben geben. Wie bei allen Berufstätigen wird mein Alltag hauptsächlich von der Arbeit und den damit verbundenen langen Fahrzeiten eingenommen. Nach der Arbeit auf dem Nachhauseweg, erledige ich die benötigten Einkäufe um mir noch etwas Leckeres fürs Abendessen sowie das Mittagessen des folgenden Tages kochen / vorbereiten zu können. Oft stehen noch alltäglichen Aufgaben wie z.B. Wäsche waschen an und da es sich hierbei um Handwäsche handelt, benötigt das Zeit – was aber mit Podcasts, Hörbüchern und Musik fast schon zu einer Art Entspannung werden kann. Während der Woche bleibt daher leider nicht allzu viel Zeit für „Frei“zeit und Unternehmungen. Um vom Arbeitsalltag abschalten zu können, lese ich viel, stöbere durch meine Reiseführer, schaue mir einen Film auf Spanisch an oder versüsse mir die Abende zusammen mit meiner Mitbewohnerin Hanna bei leckerem Essen, lauter Musik, einem Glas Wein und tollen Gesprächen. Wenn es mir zeitlich gelingt, gehe ich ein- bis zweimal pro Woche zu einem Tanz-Workshop (Bachata oder Salsa), was wirklich unglaublich viel Spaß macht. Alternativ nehme ich stattdessen ab und zu an einem internationalen Treffen junger Menschen teil.

Die Wochenenden nutze ich für Unternehmungen aller Art. Wann immer es mir möglich ist, bereise ich das Land. Ansonsten erkunde ich vor Ort, in La Paz, neue Ecken der Stadt sowie der Umgebung und treffe mich abends mit Freunden um irgendwo etwas gemeinsam zu trinken oder tanzen zu gehen. Langeweile gibt es an Wochenenden somit keine -  ich genieße das Leben hier in vollen Zügen.

Aber trotz der sich eingespielten Routine während der Arbeitstage machen auch die vielen alltäglichen Dinge die Zeit hier für mich besonders. Bereits während meines täglichen Arbeitsweges, den ich meist mit Minibussen zurücklege, gibt es immer wieder Neues zu entdecken und zu beobachten. Es ist spannend die Leute und das Leben aus dem Bus zu beobachten, zu sehen wie beispielsweise an einer Ecke mehrere Männer stehen oder beisammen sitzen, mit ihrem jeweiligen Beruf (z.B. Maler, Klempner) beschriftete Taschen bei sich tragen und darauf warten, dass ihnen irgendwer für heute oder mehrere Tage eine Arbeit anbietet, d.h. sie gebraucht werden. Andere eilen zur Arbeit oder in die Schule oder versuchen auf und neben der Straße etwas zu verkaufen. Ich liebe das bunte Treiben und Gewusel in La Paz und El Alto und könnte den Menschen stundenlang zuschauen. Als Alternative zum Busfahren gibt es in La Paz / El Alto noch die Teleferico, ein Seilbahnnetz, bestehend aus mehreren Seilbahnlinen. Aufgrund der Hanglage hat La Paz statt eines S-Bahn-Systems ein Gondelsystem, von dem man einen wunderbaren Ausblick auf die ganze Stadt hat. Jede Fahrt ist für mich ein Highlight und ich genieße die Sicht von oben auf die Millionenstadt. Die Gondelbahnen verbinden auch den tiefer gelegenen Regierungssitz La Paz mit der Stadt El Alto, in der sich auch der Flughafen befindet. 

Selbst das Einkaufen für den täglichen Bedarf genieße ich und empfinde es hier nicht als Last. In Bolivien wird nur sehr wenig in Supermärkten eingekauft,  stattdessen gibt es die zahlreichen, bunten Märkte oder die vielen einzelnen Verkäufer/-innen am Straßenrand. Man kann hier wirklich fast alles finden und besonders die Auswahl an Obst und Gemüse ist gigantisch. Ich könnte stundenlang über die Märkte schlendern und ich liebe es neue Früchte oder Gemüse auszuprobieren und so manche neue Leckerei zu entdecken. Die einzige Schwierigkeit besteht darin, dass man so ungefähr wissen sollte, wo man das gewünschte Produkt kaufen kann um nicht Stunden für die Suche aufwenden zu müssen (z.B. meine Wärmflasche). Neben allen möglichen Gegenständen und Lebensmitteln, findet man auch an jeder Ecke frisch zubereitete Getränke und Essen, die man günstig erwerben kann. Gegessen wird entweder direkt auf der Straße, manchmal unter einer Plastikfolienkonstruktion, oder man bekommt das Essen "to go" einfach in eine Plastiktüte gefüllt. Selbst die Getränke erhält man in einer Plastiktüte mit Röhrchen. Für mich anfangs ein ungewohnter Anblick, vorallem wenn man sieht, wie unglaublich hoch dadurch die Müllberge anwachsen. Das Essen selbst ist meist sehr lecker und bisher hatte ich das Meiste auch gut vertragen.

Etwas das meinen Alltag eher erschwert, sind die Temperaturen hier. Es ist inzwischen Juni und wir haben Winter. Nachts und im Schatten und auch in fast jedem Gebäude ist es unglaublich kalt, sodass jede Art von Ofen / Heizlüfter inzwischen mein bester Freund geworden ist. Glücklicherweise regnet es aber kaum und tagsüber kann man meistens die Sonne genießen. 

Ansonsten fühle ich mich wohl hier und es geht mir gut. Ich bin froh für eine bestimmte Zeit hier sein zu dürfen und genieße das Leben in Bolivien.

Auch wenn mir die letzten Wochen die Zeit gefehlt hat um zu schreiben, versuche ich euch weiterhin, so gut es geht, auf dem Laufenden zu halten.

Genießt die Sonne in Deutschland!

  olö      

 

 

 

Arbeitsupdate

03Mai2018

Nun bin ich schon fast neun Wochen bei Maya Paya Kimsa und mit der Zeit wird alles immer besser.

Als erstes möchte ich euch kurz meinen Arbeitsalltag beschreiben:

In der jeden Montag ganztägig stattfindenden Teambesprechung werden alle Fälle der vergangenen Woche sowie das weitere Vorgehen besprochen, Grundsätzliches diskutiert und bekanntgegeben. Eine aktive Beteiligung meinerseits hierbei ist etwas schwierig, da mir manchmal einfach noch das sprachliche Können und das Wissen über das bolivianische Hilfesystem fehlt. Außerdem bin ich so gut wie nie mit einem der Kinder/Jugendlichen/Familien allein, sodass meine Kollegen immer besser berichten können. An den anderen Wochentagen finden Hausbesuche, Treffen und Therapien mit Jugendlichen, Kindern und Familien statt wie auch Begleitung ins Krankenhaus, zum Amt etc. Bei diesen Aufgaben bin ich immer in Begleitung einer der Fachkräfte (auf meinen Wunsch vorzugsweise bei den beiden Psychologinnen). Zwischenzeitlich habe ich einige Fälle / Familien, die ich regelmäßig besuche oder begleite und daher besser kenne. Aber ich lerne auch immer wieder neue Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Familien kennen. Für mich ist es sehr spannend und interessant immer wieder Gast bei den Menschen zu Hause zu sein und dadurch ihr Leben und ihre Lebensweise kennenlernen zu dürfen. Manchmal ist es leider auch ziemlich erschreckend, aber meistens sind die Wohnverhältnisse das kleinste Problem der Menschen. Mittwochs haben wir eine Art offene Aktivität, zu der jeder der Lust hat kommen kann. Da ich mich dabei einfach am besten einbringen kann, sind dies meine Highlights der Woche. Desweiteren sollte ich eigentlich seit drei Wochen alleine mit einem kleinen Jungen Sprachförderung machen, aber hier gibt es leider insofern Schwierigkeiten, dass seine Mutter jede Woche mit einem anderen Grund absagt.

Einmal wöchentlich gehe ich mit Kollegen aus dem anderen Projekt (der Iniciativa) nachts auf Streetwork, den sogenannten „Buceo“. Wir laufen die Plätze ab, an denen sich die Straßenkinder normalerweise viel aufhalten und führen dort Gespräche aller Art. Einer dieser Orte, an dem wir  immer sehr viele und vor allem Mädels vorfinden, ist der sogenannte „Tilin“, ein Ort an dem sich diese Kinder/Jugendlichen prostituieren. Ich empfinde es einfach nur abartig und ekelhaft, wenn man während man dort steht und sich mit den Teenagern unterhält,  rundherum „alte“ Männer stehen und gaffen sieht, die nur darauf warten bis wir endlich wieder weg sind. Total schockiert hat mich darüber hinaus noch die Tatsache, dass der „Verdienst“ hier nicht über 10 Euro hinausgeht, bzw. viele davon nur einen Bruchteil erhalten. Die männlichen Kids und Jugendlichen verdienen sich ihr Geld / Essen meistens eher mit Diebstählen und Raub. Um all dieses Leid aushalten zu können, werden Drogen aller Art konsumiert. Besonders beliebt ist das sogenannte „Buelo“, eine Kombination aus Kleber und Gas, dass von den Kids inhaliert wird und verhältnismäßig richtig günstig ist. Es wirkt betäubend und Gefühle und auch Schmerz, Hunger und Kälte werden nicht mehr wahrgenommen. Leider ist der Konsum auch sehr schädlich und langer Konsum hat starke schädigende Auswirkungen auf das Nervensystem. Weiter sind auch Marihuana und Alkohol sehr gefragt. Beim Leben auf der Straße bleibt leider immer wieder die Gesundheit (oft auch durch Gewalt) auf der Strecke und viele leiden unter Krankheiten wie Aids, Tuberkulose und Infektionen am ganzen Körper. Deshalb haben wir immer einen Erste-Hilfe-Rucksack dabei, um frische Wunden zu säubern.

Alle zwei Wochen machen wir nur eine „kleine“ Runde und gehen dafür mit allen, die Lust und Zeit haben, Fußball spielen. Ich muss gestehen, dass dies eine Aktivität ist, die mir nicht wirklich Spaß macht. Es ist immer sehr kalt und da ich nicht gerade ein Fußballtalent bin, bin ich meistens eher Dekoration auf dem Spielfeld. Die überwiegend männlichen Kids / Jugendlichen sind dazu noch sehr auf Sieg fixiert und versuchen, alle/s was Ihnen im Weg ist, einfach umzurennen.

Inzwischen konnte ich das eine oder andere Mal auch noch zusätzlich bei der Projektarbeit der „Iniciativa“ teilnehmen und somit die Straßenkinder im Rahmen des offenen Angebots oder eines Buceos bei Tag besser kennenlernen. Die direkte Arbeit mit den Straßenkindern macht mir wirklich sehr viel Spaß. Es freut mich auch diesen ganz anderen Bereich der Arbeit kennenlernen zu dürfen, da in meinem Projekt mehr mit denjenigen, die bereits von der Straße runter sind oder diejenigen die gefährdet sind auf die Straße zu flüchten, gearbeitet wird.

Vorletzten Samstag haben wir Mitarbeiter aus unserem Projekt mit einer großen Anzahl Kinder und Familien unserer Population (Menschen, dir wir innerhalb des Projektes betreuen) einen eintägigen Ausflug in das drei Stunden entfernte und vor allem warme Yungas-Tal gemacht. Nachdem wir, bis alle vollzählig da waren, mit über einer Stunde Verspätung (a hora boliviana) endlich loskonnten sind wir nach einer lustigen Busfahrt eine Stunde durch die „Wildnis“ zu einem Fluss gewandert. Dort genossen wir einfach das kühle Nass und hatten viel Spaß. Es war unglaublich schön zu sehen, welche Freude wir damit allen machen konnten. Viele waren noch nie außerhalb der Stadt und wir spürten unglaublich große Dankbarkeit.

Grundsätzlich kann ich stolz sagen, dass sich meine spanischen Sprachkenntnisse und das Sprechen deutlich verbessert haben, auch wenn es noch lange nicht perfekt ist. Auch die Beziehung zu unserer Population hat sich deutlich verbessert und ich konnte bereits mit Einigen eine vertrauensvolle Bindung aufbauen. Im Team selbst fühle ich mich super wohl und es macht Spaß mit allen zusammen zu arbeiten. Auch an die Arbeitsweise habe ich mich gewöhnt und von der „bolivianische Gelassenheit“ gelernt.

Leider habe ich noch immer das Gefühl, dass sich mein Anleiter nicht wirklich für mich verantwortlich fühlt, was ich sehr schade finde. Desweiteren stört mich sehr, dass ich kaum selbstständig arbeiten kann und keine wirklichen Aufgaben habe. Ich wäre gerne mehr als nur dabei und würde zum Beispiel gerne das offene Angebot mittwochs selbst planen und auch anleiten. Da ich dies schon mehrfach geäußert, es mir auch schon öfters versprochen wurde, kann ich nur hoffen, dass auch die Umsetzung endlich erfolgen wird. Bis dahin werde ich wohl weiterhin viel Eigeninitiative zeigen müssen.

Ich hoffe Euch geht es allen gut und ihr genießt den vorzeitigen Sommer!

 

über Ostern am Titicacasee

19April2018

Am Morgen des Karfreitags ging es für mich los zu meinem Ausflug an den weltberühmten Titicacasee, wo ich mein verlängertes Wochenende verbringen wolle. Der Titicacasee liegt auf einer Höhe von ca. 3.800 Metern und ist der größte Süßwassersee Südamerikas zwischen Peru und Bolivien gelegen. Die Grenze zwischen den beiden Ländern verläuft quer durch den See. Auf der bolivianischen Seite des Sees liegt die heilige Insel Isla del Sol (Sonneninsel), die als Ursprung des gigantischen Inka-Reiches gilt sowie die Isla de la Luna (Mondinsel).

Leider war ich am Karfreitag nicht die Einzige, die sich dieses Ausflugsziel ausgesucht hatte  und der Verkehr zur Pilgerstadt Copacabana am Titicacasee war ein einziger Albtraum. Gefühlt war die ganze Bevölkerung von La Paz auf dem Weg dorthin. Der Wallfahrtsort Copacabana ist von Peru kommend der erste Ort auf bolivianischer Seite.

Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens wurde die zweispurige Straße von den Auto- und Minibusfahrern kurzerhand auf 3 Spuren erweitert. Als auch dies für ein zügiges Fortkommen nicht ausreichte, wurden auch noch die zwei Gegenspuren benutzt, so dass dem Gegenverkehr dann nur noch die Wiese als Fahrbahn übrig blieb.  Als ich sah, dass auch die Polizei an einer Zollstelle einfach einen Tisch auf der Gegenspur aufgestellt hatte um abzukassieren, konnte ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Um nach Copacabana zu kommen, muss ein kleines Stück See überquert werden. Hierzu müssen alle aussteigen. Die Autos/Busse fahren auf kleinen Booten über den See und die Personen werden in kleinen Booten transportiert. Beides sieht wirklich abenteuerlich aus und es hat mich tatsächlich etwas gewundert, dass vor allem die Boote für die Autos schwimmfähig sind. Nach der gelungenen Überfahrt bestand die größte Schwierigkeit darin, den „eigenen“ Minibus unter den hunderten Minibussen wieder zu finden.

In Copacabana angekommen war, wie bereits aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens auf dem Weg dorthin vorhersehbar, unglaublich viel los, hunderte Menschen campten am Strand  und alles war voll. Um dem Trubel erst einmal zu entfliehen, bin ich auf den nahegelegenen „Horca del Inka / Cerro Kesanani“ gewandert. Dort war es sehr ruhig und ich bin nur wenigen Menschen begegnet. Die dort zu besichtigenden Steintore, welche Stonehenge ähneln und, wie fälschlicherweise vermutet, keinen Ursprung bei den Inkas haben, wurden bereits im 14. Jahrhundert v. Chr. zu astronomischen Zwecken und Beobachtungen verwendet. Nach einem doch sehr anstrengenden Aufstieg wurde ich mit einem atemberaubenden Ausblick auf die Stadt, die Umgebung und den Titicacasee belohnt.

Bei meiner anschließenden Stadtbesichtigung gab es für mich noch so Manches zu entdecken, angefangen von der unglaublich schönen Pilgerkirche Basilika Virgen de la Candelaria und der dazugehörigen Kerzenkapelle. Dort kamen laufend viele Pilger an um zu beten und gemeinsam zu singen – ein für mich sehr beindruckendes Erlebnis. Vor der Kirche wurden neue Autos mit Blumen, Kränzen und Girlanden geschmückt und, um vor Unfällen und Diebstählen geschützt zu sein, gesegnet. Für diesen Brauch fahren viele nach Copacabana. So bin ich einfach weiter durch die Stadt geschlendert und habe sie und das pulsierendes Leben genossen. Kurz vor Dämmerungsbeginn habe ich mich auf den Weg  zur Pilgerendstation, dem Kalvarienberg, gemacht. Dieser ist 4011 m hoch und ist über unendlich viele Treppenstufen zu besteigen. Auf dem Weg befinden sich 14 Kreuze, an denen jeder Pilger einen Stein als Symbol für seine Sünden ablegt um oben angekommen, sündenfrei zu sein. Als der Aufstieg geschafft war, bot sich mir ein toller Ausblick verbunden mit der Hoffnung auf einen schönen Sonnenuntergang. Ich habe mir ein gemütliches Plätzchen gesucht und solange die Menschen und das Geschehen beobachtet. Sehr spannend war, dass hier oben einerseits christliche Rituale mit Kerzen stattfanden, anderseits auch traditionelle Zeremonien und Rituale vollzogen werden um Patchamama (die Mutter Erde) zu ehren. Da dann nach kurzer Zeit Wolken aufzogen, war der Sonnenuntergang relativ unspektakulär, so dass ich mich ziemlich schnell auf den Rückweg ins Hostel begeben habe um einen schönen Abend mit leckerem Essen und interessantem Gespräch mit einer Belgierin zu genießen.#

   

Am darauffolgenden Tag bin ich mit einem Boot auf die Insel „Isla del Sol“ gefahren. Die Natur dort hat mich schon von weitem beeindruckt. Gerade angekommen, musste ich mich zuerst die „Inka-Treppe“ hinauf quälen um dann zu meinem Hostel ganz oben am Berg zu „wandern“. Der Aufstieg hat mir zwar bereits sämtliche Kräfte geraubt, aber mit einer Packung Kekse bewaffnet, habe ich mich dann trotzdem noch aufgerafft um den höchsten Berg der Südinsel zu erwandern. Auf dem Weg bin ich einigen Einheimischen begegnet und konnte auch mit dem einen oder anderen ein kurzes nettes Gespräch führen. Der Ausblick oben war wieder atemraubend schön und genehmigte einen Blick auf den momentan gesperrten Norden der Insel. Die Einwohner des nördlichen Teils verbieten aktuell den Zugang für Touristen, da sie in der Verteilung des Geldes von Touristen eine Ungerechtigkeit sehen und mit dem Süden bisher keine Einigung gefunden werden konnte. Da mich dies ziemlich neugierig machte, habe ich mich trotzdem einfach auf dem Süd-Nord-Weg auf den Weg zur Grenze gemacht. Nach einiger Zeit stand dann tatsächlich ein Häuschen mit großer roter wehender Flagge sowie Frauen, die mich nicht durchlassen wollten. Schade - aber da wohl auch im Notfall Gewalt angewandt wird, habe ich dann lieber schnell eingelenkt und bin weitergezogen um über sämtliche Hügel und Aussichtpunkte ganz in den Süden der Insel zu gelangen. Der Weg und die mich umgebende Natur war für mich etwas vom Schönsten hier in Bolivien. Ich bin einfach meinem Gefühl gefolgt und entweder Trampelpfaden entlang oder einfach querfeldein gelaufen, bin immer wieder Alpakas, Eseln oder einem einsamen Bauern begegnet. Ansonsten umgab mich nur die Sonne und die grüne Natur - einfach Idylle pur. Die ganze Insel besteht aus Terassenfeldern, die aus den Zeiten der Inkas stammen und hier die Bewässerung und den Anbau von Lebensmitteln ermöglichen. Super praktisch und auch einfach schön anzusehen. Auf dem Rückweg habe ich noch eine alte Inkastätte besichtigt, die ich jedoch als nicht so beindruckend empfand. Zurück im Hostel habe ich mir schnell noch meine warmen Klamotten geschnappt um nochmal auf einen nahegelegenen Berg zu wandern, dort einfach eine Weile die Sonne und anschließend einen wirklich wunderschönen Sonnenuntergang zu genießen. Der perfekte Tagesabschluss war das Essen im Restaurant „Las Velas“. Es gibt in dem Restaurant nur Kerzenlicht, keinen Strom und das Essen (Forelle mit Gemüse und einem Brei aus Quinoa) war mein absolutes Essens-Highlight hier in Bolivien.

Mein letzter Tag, der Ostersonntag, begann leider mit Regen, sodass ich mich am Morgen erst einmal gedulden musste. Glücklicherweise klarte das Wetter noch auf und ich konnte mich erneut auf Wandertour auf der anderen Inselseite gen Norden machen. Anschließend bin ich noch an einen Strand gewandert, wo ich jedoch plötzlich bemerkte, dass die Zeit knapp wurde. Mir blieb deshalb nichts anderes übrig als querfeldein den Berg wieder hochzukraxeln. Obwohl die Natur faszinierend war, hat mir der sehr steile Aufstieg verbunden mit der dünnen Luft fast meine letzten Kräfte geraubt. Oben angekommen schaffte ich es nur mit viel Mühe noch zum Hostel um mein Gepäck abzuholen und dann vollbeladen wieder an den Hafen zu kommen. Auf dem Weg dorthin versuchte ich vergebens etwas zu Essen zu finden. Glücklicherweise hatte ich noch einige Kekse, denn dann ging es auch schon mit dem Boot zurück nach Copacabana. Nachdem ich dort völlig ausgehungert ankam, gönnte ich mir zuerst etwas Leckeres zum Essen um mich dann wieder gestärkt mit dem Minibus auf den Rückweg nach La Paz zu begeben - diesmal ohne Verkehrschaos.

Es war ein wunderschönes, wenn auch anstrengendes Wochenende!!

 

Coroico

26März2018

Wochenende – Auszeit

Um dem Stadtleben und vorallem auch der Kälte zu entfliehen, bin ich übers Wochenende ins 3 Stunden entfernte und ca. 2 Tsd. Höhenmeter tiefer gelegene Coroico gefahren.

Allein die Fahrt bergabwärts war schon sehr beeindruckend und bei meiner Ankunft wurde ich dann auch noch mit strahlendem Sonnenschein begrüßt. Nachdem ich mein Gepäck im Hostel abgestellt und meine Jeans gegen eine kurze Hose!! (-:  ausgetauscht hatte, habe ich mich auf die Tour durch das Städtchen Coroico begeben. Anschließend bin ich den Cerro Uchumachi, den Hausberg von Coroico, hochgewandert. Es war zwar unglaublich anstrengend, aber der wunderschöne Weg durch die Natur und der tolle Ausblick waren es wert und ich kann diese Wanderung nur empfehlen. Bei meiner Rückkunft im Hostel wartete eine weitere freudige Überraschung auf mich. Es hatten sich tatsächlich noch zwei Jungs (aus Belgien und Italien) als weitere Gäste und Mitbewohner eingefunden und wir Drei verbrachten zusammen noch einen sehr schönen und lustigen Abend bei Pizza, Musik und guten Gesprächen.

Gemeinsam machten wir uns dann auch am Sonntag auf den Weg ins Senda Verde, ein Ort für verletzte oder misshandelte Wildtiere Boliviens. Es handelt sich dabei um eine gemeinnützige Einrichtung, in der die Tiere so frei wie möglich gehalten und gepflegt werden. Es gab viele verschiedene einheimische Tiere (Tukane, Papageien, verschiedene Affen, Schildkröten, Nasenbäre etc.) zu entdecken und ich konnte bei dem Besuch auch noch manches lernen. Abenteuer des Tages aber war dann die Busfahrt zurück zu unserem Hostel. Der große und breite Bus musste die sehr schmale und kaputte Straße am Rande eines steilen Abhangs hochfahren. Für die Einheimischen war dies zwar völlig normal, aber wir waren unglaublich froh,  als wir endlich ankamen und wieder aussteigen konnten.

Nach einer kleinen Stärkung zur Mittagszeit fuhren wir noch zu drei Wasserfällen. Einer der Wasserfälle war aufgrund seiner Größe besonders beeindruckend und wir konnten es uns nicht nehmen lassen, trotz des sehr kalten Wassers, hineinzuspringen. Der Weg zurück nach Coroico war leider beschwerlicher als vorgesehen, da kein Bus kam. Mit unseren T-Shirts als Atemschutz mussten wir den größten Teil auf der sehr staubigen Straße zurücklaufen, bis wir nach etwa der Hälfte doch noch eine Mitfahrgelegenheit fanden. Leider war dann auch schon wieder der Zeitpunkt fürs Packen und die Rückfahrt nach La Paz gekommen.

 

Valle de la Luna, Muela del Diablo und Zona Sur

24März2018

Auch wenn ich eine anstrengende Arbeitswoche hinter mir hatte, ließ ich es mir nicht nehmen, an meinem zweiten Wochenende wieder auf Entdeckungstour zu gehen.

Direkt nach dem Frühstück bin ich am Samstag mit dem Minibus zu dem etwas außerhalb gelegenen "Valle de la Luna", dem Tal des Mondes, gefahren. Während meiner ca. 2-stündigen Erkundungstour, währenddessen ich viel fotografiert sowie viele Felsen rauf und runtergeklettert bin, habe ich den Peruaner Jesus kennengelernt. Zusammen sind wir anschließend zum Muela del Diablo (ein ehemaliger Vulkan) gewandert. Wir haben es beide genossen, eine Weile der Stadt zu entfliehen und die unglaublich schöne Natur bis zu unserem Ziel zu genießen. Die gemeinsamen guten Gespräche nebenher haben den steilen und nicht immer einfachen Weg doch erleichtert und die Wanderung hat uns trotz der Anstrengung viel Spaß gemacht. Oben angekommen überlegten wir nicht lange und kletterten nun auch noch den ehemaligen Vulkan hoch. Die Belohnung, der Ausblick auf das Tal von La Paz  war phantastisch und einfach atemberaubend. Von oben konnten wir noch viele schöne Fleckchen entdecken, die dann gleich anschließend zu unserem nächsten Ziel wurden. Das Beste an der Gegend war, dass alles noch unberührt erschien und kaum touristisch erschlossen ist.

 

   

Nach einem erholsamen Morgen habe ich mich am Sonntag dann noch in den Süden von La Paz. aufgemacht. Die sogenannte “Zona Sur” ist der "reiche" Teil der Stadt, der mehr einer europäischen Stadt gleicht. Hier sind die Häuser größer und gepflegter, es gibt viele Cafes, Restaurants und Geschäfte. Es war eine schöne Abwechslung und ich werde bestimmt wiederkommen, aber ehrlich gesagt, gefällt mir der quirlige, ursprünglichere und bunte Teil von La Paz besser.

Sightseeing La Paz

14März2018

An meinem zweiten Wochenende in La Paz habe ich mich typisch touristisch, mit meiner Kamera und Reiseführer bewaffnet ,auf den Weg gemacht um die Stadt zu erkunden.

Ich habe an beiden Tagen unglaubliche viele Orte abgelaufen, habe viel erkundet und einige schöne Orte entdeckt. La Paz ist keine typische Touristenstadt für Sightseeing. Aber es gibt doch viele sehenswerte Ecken und Orte mit einem tollen Ambiente. Das bunte Treiben und einfach die Lebendigkeit macht die Stadt zu etwas ganz Besonderem. Vor allem sind für mich die Menschen interessant und es gefällt mir diese zu beobachten, da man dadurch unglaublich viel über das Land und die Leute erfahren kann.

Besonders begeistert hat mich die tolle und farbenfrohe Straßenkunst, die man an unzähligen Wänden und Mauern finden kann. Ein Highlight war auch der Ausblick vom Parque Urbano auf die Stadt sowie der Ausblick von unserem Hausdach und aus den verschiedenen Teleferico Linien. Die Teleferico sind Seilbahnen, die in La Paz aufgrund der Hanglage die Metro ersetzen.

Aber ich denke Bilder sprechen hier einfach noch mehr als Worte:

 

erste zwei Arbeitswochen

14März2018

Nun habe ich bereits meine ersten zwei Arbeitswochen hinter mir, welche ich tendenziell positiv aber dennoch mit gemischten Gefühlen bewerten kann.

Ich wurde sehr herzlich im Team aufgenommen: mit Bildern, einem T-Shirt als Geschenk und einer feierlichen Überreichung meiner Arbeitsweste. Alle sind super nett und herzlich und ich fühle mich im Team sehr wohl.

Meine Organisation “Maya Paya Kimsa” arbeitet in El Alto mit Kindern, die auf der Straße leben. MPK besteht aus 3 Bereichen (Initiativa, Reintegración und Alianza). Ich bin hauptsächlich in der Reintegración tätig. Zielgruppe sind hier Kinder und Jugendliche, die auf der Straße leben und etwas in ihrem Leben ändern möchten oder diejenigen, die aufgrund ihrer Situation gefährdet sind auf die Straße zu flüchten. Die Familien und das Umfeld werden zusätzlich mit einbezogen. Die Reintegración hat das Ziel, die Kinder und Jugendlichen wieder in die Gesellschaft zu "integrieren" und sie bei der Umsetzung ihrer damit einhergehenden Wünsche / Ziele (wie z.B. wieder zur Schule zu gehen, zu arbeiten, selbstständig zu sein oder zur Familie zurückzukehren) zu begleiten und zu unterstützen.

In meinen ersten Tagen wurde mir sehr viel über die Arbeit von MPK hier vor Ort erklärt. Da ich leider manchmal nicht ganz alles verstanden habe, werde ich zu gegebener Zeit wohl immer wieder nochmal nachfragen müssen. Der Großteil meiner Arbeit in der ersten Woche bestand aus "Aktenarbeit". Der Bereich der Reintegración besteht erst seit einem Jahr und zeitlich war es wohl bisher nicht möglich die Akten “aufs Laufende” zu bringen. Die Akten der Kids, Jugendlichen und Familien waren deshalb teilweise etwas chaotisch oder erst gar nicht vorhanden, weshalb ich mich ans Werk machen durfte um Ordnung zu schaffen. Ich bin gespannt, wie lange es hält :)

In der zweiten Woche hatte ich dann deutlich mehr mit Menschen zu tun. Jeden Mittwoch Nachmittag gibt es ein offenes Angebot, zu dem alle Familien kommen können. Das Angebot besteht aus Aktionen zu wechselnden Themen, bei denen vor allem die Gemeinschaft im Vordergrund steht. An den anderen Tagen besteht die Arbeit aus Gesprächen, Hausbesuchen und Arbeit mit und bei den Familien, Begleitung zum Krankenhaus oder zu Ämtern. Vor allem gesundheitliche Probleme spielen hier eine große Rolle, da Krankheiten wie Aids, Tuberkulose, Wundinfektionen oder Zahnprobleme sehr weit verbreitet sind und damit zusammenhängend auch Armut, Gewalt und Alkoholprobleme in vielen Familien ein Thema sind. Die Begegnungen mit den verschiedensten Menschen ist für mich sehr interessant und bereichernd und es hat mir viel Freude bereitet, auch wenn ich in vielen Bereichen bis jetzt nur “Zuschauer” bin und wenig selbst machen kann. Immerhin konnte ich die eine oder andere hilfreiche Idee einbringen. 

Da bei der Arbeit teilweise unglaublich viel und schnell geredet wird, habe ich immer wieder Schwierigkeiten alles so schnell zu verstehen und oft bleibt keine Zeit, die Dinge nochmals zu erklären. Dies empfand ich für mich einerseits teilweise etwas deprimierend, andererseits auch als Ansporn so schnell und so gut wie möglich meine Spanischkenntnisse zu erweitern. Eine weitere Herausforderung ist für mich die bolivianische Arbeitskultur. In Bolivien tickt die Uhr einfach anders und das Zeitverständnis, was Pünktlichkeit betrifft, ist nicht das Gleiche, wie ich es von Deutschland gewohnt bin. Ich werde wohl etwas umdenken müssen! Hier ist “zu spät kommen” die Normalität und auch wenn betont wird, dass man sich pünktlich um 8 Uhr trifft, ist es nicht unüblich eine Stunde auf die Kollegen warten zu müssen. Auch die Zeiten bei vereinbarten Terminen werden sehr flexibel gehalten, werden kurzerhand um ein paar Stunden verschoben oder fallen direkt aus. Somit verschiebt sich unser Feierabend oft um Stunden nach hinten, so dass mein Arbeitstag letzte Woche oft 10 oder 12 Stunden lang war. Bei einer zusätzlichen An-/Abfahrtszeit von ca. 2 h täglich bin ich jeden Abend ziemlich körperlich erschöpft und zum Umfallen müde.

Ich hoffe, ich schaffe es mich schnell an all die bolivianischen Besonderheiten zu gewöhnen und meine Spanisch-Kenntnisse zu erweitern, sodass ich mich sehr bald mehr an dem sehr sinnvollen Projekt beteiligen und einbringen kann.

Auf dieser Seite werden lediglich die 10 neuesten Blogeinträge angezeigt. Ältere Einträge können über das Archiv auf der rechten Seite dieses Blogs aufgerufen werden.